Am 7. und 8. Juli 2026 fand das 20. Internationale For..Net Symposium im Haus der Bayerischen Wirtschaft (hbw) statt. Auch in diesem Jahr stand das Symposium unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministers für Justiz, Georg Eisenreich, MdL, und wurde durch das TUM Center for Digital Public Services (TUM CDPS), das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) in Kooperation mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw) ausgerichtet. Mit dem Internationalen For..Net Symposium werden inzwischen seit 20 Jahren hochkarätige Referentinnen und Referenten nach Passau und seit 2022 in die bayerische Landeshauptstadt München eingeladen. Das diesjährige Symposium stand unter dem Motto: „Projekt 20/42 – den digitalen Wandel zu Ende denken. Impulse für die gerechte Gestaltung eines souveränen Gemeinwesens“.
Impressionen
Bildquelle: bidt/CDPS/Klaus D. Wolf und EYE AM CHRIS
Tag 1 – Dienstag, 07.07.2026
Die diesjährige Jubiläumsausgabe des Symposiums wurde vom Hausherrn und stellvertretenden Hauptgeschäftsführer der vbw, Dr. Christof Prechtl, eröffnet.

Dr. Christof Prechtl; Bildquelle: bidt/CDPS/Klaus D. Wolf
Prof. Dr. Sabine Pfeiffer (bidt/FAU Erlangen-Nürnberg) verwies anschließend in ihrem Grußwort auf die Anspielung des Tagungsmottos auf die Zahl „42“ als „Antwort auf alles“ aus Per Anhalter durch die Galaxis. Vielmehr als die Antwort auf alles zu finden, ginge es aber in dieser Tagung darum, die richtigen Fragen zu stellen. Das Jahr 2042 sei ein guter Zeithorizont, um über Potenziale, Gestaltungswege und Zielbilder für eine demokratische digitale Gesellschaft diskutieren zu können.

Prof. Dr. Sabine Pfeiffer; Bildquelle: bidt/CDPS/Klaus D. Wolf
Daran anknüpfend verwies Nicolas Ziegler (Geschäftsführer des TUM Center for Digital Public Services – TUM CDPS) in seinem Grußwort auf die notwendige Interdisziplinarität des For..Net Symposiums 2026, um das erforderliche Prognosewissen zu generieren rechtswissenschaftlich regulieren zu können.

Nicolas Ziegler; Bildquelle: bidt/CDPS/Klaus D. Wolf
Anschließend eröffneten die Moderatoren des ersten Tages, Prof. Dr. Dirk Heckmann (TUM) und Prof. Dr. Anne Paschke (TU Braunschweig), das Tagesprogramm des Symposiums und begrüßten den ersten Keynote Speaker sowie Schirmherrn des Symposiums, den Bayerischen Staatsminister der Justiz Georg Eisenreich, MdL.

V.l.n.r.: Prof. Dr. Dirk Heckmann und Prof. Dr. Anne Paschke; Bildquelle: bidt/CDPS/Klaus D. Wolf
In seiner Keynote knüpfte der Staatsminister an die lange Tradition des nun bereits zum 20. Mal stattfindenden For..Net Symposiums an und zieht damit die Parallele zu den digitalen und vermehrt auch intelligenten Technologien mit enormen Potenzialen, die sich in dieser Zeit entwickelt haben. Künstliche Intelligenz, Sprachmodelle und KI-Agenten „sind gekommen, um zu bleiben“ und zeigten nachhaltige Auswirkungen gerade auch auf den Rechtsmarkt und die juristische Arbeit. Daher gelte es, über kluge Einsatzmöglichkeiten in den juristischen Tätigkeitsbereichen nachzudenken, auch um zukunftsfähig und wettbewerbsfähig zu bleiben. „Verstehen, Nutzen, Regulieren“ sei das Motto der bayerischen Justiz für den Umgang mit KI. „Nicht alles, was technisch möglich ist, ist gut.“

Georg Eisenreich, MdL; Bildquelle: bidt/CDPS/Klaus D. Wolf
Unter dem Motto „20/42“ widmete sich sodann der For..Net-Talk mit Dr. h.c. Samuel van Oostrom (Geschäftsführer juris GmbH) der Frage, welche gesellschaftlichen Fortschritte bis zu diesem Zeithorizont erreicht werden sollten und welche Hebel hierfür erforderlich seien. Dr. van Oostrom führte aus, dass er in der Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen in Deutschland auf rund fünfzehn Jahre ohne echten digitalen Fortschritt zurückblicke, während der gesellschaftliche Innovationsdruck kontinuierlich zunehme. Vor diesem Hintergrund müssten zunächst die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um Fortschritt überhaupt zu ermöglichen.
Mit Blick auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz zeigte sich der Diskutant zuversichtlich, dass Urteilsdatenbanken wie die juris-Datenbank nicht durch KI ersetzt, sondern zukunftsfähig weiterentwickelt würden. Mit der Entwicklung der juris KI werde bereits an einer entsprechenden Anwendung gearbeitet, wobei der Kontrolle der KI-generierten Ausgaben eine zentrale Bedeutung zukomme.
Für den juristischen Nachwuchs bedeute der technologische Wandel vor allem einen stärkeren Fokus auf Qualität statt Quantität. Berufsbilder und die Ausbildung angehender Juristinnen und Juristen müssten sich entsprechend weiterentwickeln, wobei insbesondere neue Ansätze in der juristischen Ausbildung einen zentralen Anknüpfungspunkt bildeten. Abschließend betonte der Diskutant, dass das Rechtssystem nur durch das Zusammenspiel technologischer Innovation und menschlicher Fachexpertise langfristig zukunftsfähig bleibe.

V.l.n.r.: Prof. Dr. Anne Paschke, Dr. h.c. Samuel Oostrom und Prof. Dr. Dirk Heckmann; Bildquelle: bidt/CDPS/Klaus D. Wolf
Session I – Vernetzte Verwaltung 2042: Zentralisiert, automatisiert, menschenzentriert
Im Anschluss an den For..Net-Talk begann die erste Session unter dem Rahmenthema „Vernetzte Verwaltung 2042: Zentralisiert, automatisiert, menschenzentriert“. Den ersten Impulsvortrag hierzu hielt Prof. Dr. Sarah Rachut (Direktorin des Instituts für Rechtswissenschaften (IRW) an der TU Braunschweig).
Unter dem Vortragstitel „Das Modell einer impulsgesteuerten Verwaltung“ erläuterte sie, wie sich die Verwaltung von der Automatisierung über Personalcomputer und Internet bis hin zu KI und KI-Agenten seit 1978 grundlegend verändert habe. Doch eines bleibe bislang erstaunlich konstant: die Antragsgebundenheit. Ihr Impulsvortrag griff die Frage auf, wie die öffentliche Verwaltung nicht nur weiter digitalisiert, sondern grundlegend als Plattform neu gedacht werden könne. Die Referentin skizzierte hierfür fünf zentrale Schritte:
- Optimieren
- Digitalisieren
- Vernetzen
- Zentralisieren und
- Automatisieren
Durch deren Zusammenspiel könne eine impulsgesteuerte Verwaltung entstehen, die Prozesse effizienter, nutzerfreundlicher und besser vernetzbar gestalte. Am Beispiel Estlands, wo entsprechende Ansätze bereits seit 2019 umgesetzt würden, verwies Prof. Rachut auf aktuelle Entwicklungen in Deutschland. So greife ein Gesetzentwurf der Bundesregierung mit dem antragslosen Kindergeld einen vergleichbaren Ansatz auf und verdeutliche, dass KI und digitale Technologien erhebliche Potenziale für eine moderne öffentliche Verwaltung eröffneten. Zugleich betonte sie die zentrale Bedeutung des Verwaltungsrechts, das den digitalen Wandel rechtssicher begleiten und die erforderlichen rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen müsse, um neuen und veränderten Risiken angemessen begegnen zu können. Gelinge die Umsetzung der fünf Schritte, könne die Verwaltung nicht nur effizienter und einfacher arbeiten, sondern zugleich personelle und sachliche Ressourcen freisetzen, um ihre Aufgaben stärker menschenzentriert wahrzunehmen.

Prof. Dr. Sarah Rachut; Bildquelle: bidt/CDPS/Klaus D. Wolf
Der zweite Impulsvortrag mit dem Titel „Praxisbeispiel: Gründen in 24 Stunden (G24)“ von Philipp Meinert (Referatsleiter der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe in Berlin), knüpfte an die zuvor skizzierte Vision einer modernen Verwaltung an und gewährte Einblicke in eines der ambitioniertesten Modernisierungsprojekte der öffentlichen Verwaltung. Ausgehend von der Problematik langwieriger Gründungsverfahren, die wertvolle Zeit beanspruchten, ohne einen unmittelbaren Mehrwert zu schaffen, veranschaulichte Meinert am Beispiel einer fiktiven Unternehmensgründung im Immobilienbereich die Komplexität der derzeitigen Verwaltungsabläufe und die Vielzahl erforderlicher Behördenkontakte.
Als Lösungsansatz stellte er das Länderprojekt „Gründen in 24 Stunden (G24)“ vor, an dem perspektivisch auch der Bund beteiligt werden solle. Ziel sei es, Unternehmensgründungen künftig innerhalb von 24 Stunden zu ermöglichen. Dabei betonte er, dass Effizienz einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor darstelle und es deshalb nicht genüge, bestehende Verwaltungsverfahren lediglich zu digitalisieren; vielmehr müsse auch die behördliche Entscheidungsfindung digital unterstützt und, soweit rechtlich zulässig, automatisiert werden.
Als wesentliche Bausteine des Projekts nannte er einen One-Stop-Shop als einheitliches Frontend, eine optimierte Ermittlung der rechtlichen Anforderungen, eine einheitliche Logik für Gründungsverfahren sowie ein frühzeitiges Zusammenwirken von Recht und Technik. Automatisierte Entscheidungen bezeichnete er als zentralen Hebel, um die bestehenden Effizienzpotenziale auszuschöpfen. Erste Meilensteine könnten nach seiner Einschätzung bereits bis 2029 erreicht werden. Die vollständige Umsetzung der Vision werde spätestens bis zum Jahr 2042 angestrebt.

Philipp Meinert; Bildquelle: bidt/CDPS/Klaus D. Wolf
Im Anschluss diskutierten Prof. Paschke und Prof. Heckmann gemeinsam mit Prof. Rachut, Philipp Meinert, Christine Völzow (Geschäftsführerin und Leiterin der Abteilung Wirtschaftspolitik der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.) und Laura Geissler (Geschäftsführerin von GovTech Deutschland) im Abschlusspanel der ersten Session darüber, wie viel Veränderung die öffentliche Verwaltung vertrage und wie die Digitalisierung auch in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden könne. Zugleich war das Publikum eingeladen, darüber abzustimmen, ob es mit einer modernen und zukunftsfähigen Verwaltung eher eine Utopie oder eine Dystopie verbinde.
Zu Beginn der Diskussion wurde die Frage nach den verfassungsrechtlichen Gestaltungsspielräumen für die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung aufgeworfen. Prof. Rachut betonte, dass es einer zeitgemäßen Auslegung des Grundgesetzes und der verfahrensrechtlichen Grundlagen bedürfe. Philipp Meinert schloss sich dieser Einschätzung an und führte aus, dass der Föderalismus bei einer sachgerechten Ausgestaltung kein Hindernis für eine erfolgreiche Digitalisierung darstellen müsse.
Auch die Nutzerperspektive spielte in der Diskussion eine zentrale Rolle. Christine Völzow hob hervor, dass Verwaltungsverfahren ohne ausreichende Transparenz und Einblicksmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger kaum sinnvoll optimiert werden könnten. Laura Geissler sah den entscheidenden Hebel für eine spürbare Entlastung in Plattformlösungen, die von Beginn an bundesweit und nicht lediglich auf Ebene einzelner Länder konzipiert würden.
In der anschließenden Fragerunde wurde aus dem Publikum kritisch angemerkt, dass die geplante Unternehmensgründung innerhalb von 24 Stunden zu kurz greife, solange die zugrunde liegenden bürokratischen Verfahren nicht vereinfacht würden; andernfalls drohe eine Vielzahl KI-generierter Anträge. Dem wurde entgegnet, dass entsprechende KI-gestützte Entwicklungen bereits mitgedacht würden, das Vorhaben jedoch gleichwohl ein ambitioniertes Ziel bleibe.

V.l.n.r.: Prof. Dr. Anne Paschke, Philipp Meinert, Christine Völzow, Prof. Dr. Sarah Rachut, Laura Geissler und Prof. Dr. Dirk Heckmann; Bildquelle: bidt/CDPS/Klaus D. Wolf
Session II – Lebenswelten 2042: Personalisiertes Bildungs- und Gesundheitswesen
Mit einem Rückblick auf den Schulalltag vor 16 Jahren eröffnete Pascal Bronner (Rechtsanwalt bei ZIRNGIBL Rechtsanwälte) die zweite Session des Symposiums zum Thema „Lebenswelten 2042: Personalisiertes Bildungs- und Gesundheitswesen“. In seinem Impulsvortrag „Adaptives Lernen im KI-gesteuerten Bildungsraum“ zeichnete er die Entwicklung von der Zeit des Overheadprojektors hin zu den heutigen Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz nach und verdeutlichte das Potenzial neuer Technologien für ein modernes Bildungswesen.
Bronner führte aus, dass die Idee des adaptiven Lernens nicht neu sei, durch den Einsatz von KI jedoch erstmals die technischen Voraussetzungen für ihre praktische Umsetzung geschaffen würden. Im Mittelpunkt seines Vortrags standen dabei insbesondere die ethischen und rechtlichen Rahmenbedingungen eines KI-gestützten Bildungsraums.
Anschließend beleuchtete er die Chancen und Risiken des KI-Einsatzes im Bildungswesen. Als wesentliche Potenziale nannte er die Entlastung von Lehrkräften sowie die Möglichkeit einer individuelleren Förderung von Schülerinnen und Schülern. Demgegenüber verwies er auf pädagogische Herausforderungen, datenschutzrechtliche Fragestellungen, die Notwendigkeit eines verantwortungsvollen Umgangs mit KI sowie auf mögliche Diskriminierungsrisiken der eingesetzten Systeme.
Abschließend stellte Bronner fest, dass bislang keine länderübergreifend nutzbare Gesamtlösung existiere. Ein modernes und digitalisiertes Schulsystem sei zwar ein erklärtes staatliches Ziel, dessen Umsetzung jedoch insbesondere einen sorgfältigen Umgang mit datenschutzrechtlichen Anforderungen voraussetze.

Pascal Bronner; Bildquelle: bidt/CDPS/Klaus D. Wolf
Im anschließenden Impulsvortrag „Personalisierte Diagnostik und Präzisionsonkologie“ gewährte Dr. Jacqueline Lammert (Clinician Scientist am TUM Klinikum), Einblicke in ihre Tätigkeit als Ärztin und Forscherin in der gynäkologischen Onkologie. Anhand praxisnaher Beispiele zeigte sie auf, welche Potenziale der Einsatz von KI für die Krebstherapie und die Entwicklung personalisierter Behandlungsansätze eröffnet.
Als zentrale Herausforderung bezeichnete Lammert das Training von KI-Systemen. Dieses erfolge häufig auf der Grundlage synthetischer Daten, die die tatsächliche Behandlungsrealität nicht vollständig abbildeten und dadurch die Aussagekraft von Studien beeinträchtigen könnten. Die Nutzung realer Patientendaten erfordere demgegenüber regelmäßig einen mehrjährigen Trainingszeitraum.
Large Language Models (LLMs) könnten diesen Entwicklungsprozess erheblich verkürzen und damit die Entwicklung individualisierter Therapieansätze unterstützen. So lasse sich mithilfe Künstlicher Intelligenz beispielsweise simulieren, wie eine Patientin oder ein Patient voraussichtlich auf eine bestimmte Behandlung ansprechen werde. Zugleich machte die Oberärztin deutlich, dass KI in der Onkologie ausschließlich als Assistenzsystem eingesetzt werden könne und die ärztliche Entscheidung nicht ersetze. Der Vortrag verdeutlichte damit eindrucksvoll die Chancen, aber auch die Grenzen des KI-Einsatzes in der personalisierten Diagnostik und Präzisionsonkologie.

Dr. Jacqueline Lammert; Bildquelle: bidt/CDPS/Klaus D. Wolf
An die Impulsvorträge schloss sich eine Podiumsdiskussion mit Dr. med. Sonja Mathes (Mitglied im Arbeitskreis medizinischer Ethik-Kommissionen (AKEK), Gründerin des Netzwerks „Young Ethics Experts“), Daniela Will (Leiterin der Stabsstelle Datenschutz der München Klinik gGmbH), Pascal Bronner und Dr. Lammert an, die von Prof. Paschke und Prof. Heckmann moderiert wurde. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, unter welchen Voraussetzungen KI im Bildungs- und Gesundheitswesen verantwortungsvoll und vertrauenswürdig eingesetzt werden könne. Die Panelteilnehmenden waren sich einig, dass hierfür insbesondere Fort- und Weiterbildungsangebote sowie der Ausbau der KI-Kompetenz unerlässlich seien.
Übereinstimmend wurde zudem betont, dass Datenschutz nicht als Innovationshemmnis verstanden werden dürfe, sondern eine wesentliche Voraussetzung für einen vertrauenswürdigen KI-Einsatz darstelle. Erforderlich sei eine ausgewogene Risikobetrachtung, an der sich auch die zuständigen Stellen und Behörden orientieren sollten.
Mit Blick auf den Gesundheitsbereich wurde hervorgehoben, dass individualisierte Krebstherapien trotz erheblicher medizinischer Fortschritte weiterhin mit hohen Kosten verbunden seien und präventive Ansätze deshalb zusätzlich an Bedeutung gewännen. Zugleich erschwere die Vielzahl unterschiedlicher KI-Systeme mit nicht einheitlichen Datenbanken eine umfassende digitale Vernetzung und Nutzung.
Ein weiterer Konsens des Panels bestand darin, dass hohe Sicherheitsstandards das Vertrauen in KI-Anwendungen stärkten und zugleich einen Wettbewerbsvorteil begründen könnten. Vor diesem Hintergrund wurde die KI-Verordnung als Instrument bewertet, das Vertrauen fördere und Innovation nicht behindere.

V.l.n.r.: Prof. Dr. Anne Paschke, Pascal Bronner, Dr. Sonja Mathes, Daniela Will, Dr. Jacqueline Lammert und Prof. Dr. Dirk Heckmann; Bildquelle: bidt/CDPS/Klaus D. Wolf
Sodann wurde das Vortragsprogramm des ersten Tages mit einem Jubiläumsvortrag „20 Jahre For..Net Symposium: Ein Archiv der Zukunft“ von Prof. Paschke und Prof. Heckmann abgerundet. Darin nahmen die Moderatoren die For..Net-Gäste mit auf eine Reise durch zwei Jahrzehnte For..Net. Unterhaltsam und anschaulich bebildert ließen sie die Höhepunkte dieser langjährigen Erfolgsgeschichte Revue passieren und gaben zugleich Einblicke in die Entwicklung des Symposiums und seine prägenden Themenfelder.

V.l.n.r.: Prof. Dr. Anne Paschke und Prof. Dr. Dirk Heckmann; Bildquelle: bidt/CDPS/Klaus D. Wolf
Impressionen des For..Net Labors
Den Schlussteil des Programms für den ersten Veranstaltungstag blieb jedoch dem For..Net-Labor vorbehalten, welches unter dem Titel „For..Net LaborFuture: Digitale Anwendungen heute und morgen
Digitalisierung und KI zum Anfassen“ Ausstellern und Publikum die Möglichkeit zum Austausch bot. Unter den Ausstellern befanden sichSUMM AI, Lexaru, Claid Legal sowie die durch das bidt geförderten Forschungsprojekte „SEpES“ sowie „Gerechte KI“.
Bildquelle: bidt/CDPS/EYE AM CHRIS
Galaabend beim For..Net-Symposium – das bedeutet traditionell: Award-Abend!
Der Galaabend wurde von den zwei Moderatoren Prof. Heckmann sowie Isabelle Ewald (Managerin Business Transformation, BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) eingeleitet und es ging direkt mit den Awards los.

V.l.n.r.: Prof. Dr. Dirk Heckmann und Isabelle Ewald; Bildquelle: bidt/CDPS/EYE AM CHRIS
In diesem Jahr gab es eine besondere Prämiere: Der 13. For..Net Award für herausragendes Engagement im Sinne einer gemeinwohlorientierten Digitalisierung, welcher wie auch zuvor von der juris GmbH gesponsert wurde, verdoppelte sich im Jubiläumsjahr des 20. For..Net Symposiums!
Ausgezeichnet wurden damit gleich zwei Persönlichkeiten, die sich wie keine anderen aus einer rechtswissenschaftlichen Perspektive mit dem Thema Digitalisierung befassen, ohne dabei jedoch die technische Entwicklung aus dem Blick zu lassen und einen interdisziplinären Ansatz zu verfolgen: Prof. Dr. Anne Paschke und Prof. Dr. Sarah Rachut (beide TU Braunschweig). Dadurch würdigt die Jury ihr langjähriges, überobligatorisches Engagement für eine rechtsstaatliche, gemeinwohlorientierte und menschenzentrierte digitale Transformation. Die Jury hob insbesondere Prof. Paschkes Beiträge zur Verwaltungs- und Justizdigitalisierung, zur Registermodernisierung sowie zum KI-Projekt TITAN hervor, während Prof. Rachut für ihre Arbeiten zur grundrechtsorientierten Digitalisierung, zur Bayerischen Fernprüfungserprobungsverordnung, zur Digital Future Challenge und zur rechtlichen Unterstützung ukrainischer Geflüchteter ausgezeichnet wurde. Die Laudationes hielten Isabelle Ewald, For..Net Media Preisträgerin 2021, und Prof. Heckmann. Eine offizielle Pressemitteilung zum 13. For..Net Award gibt es hier.

V.l.n.r.: Prof. Dr. Dirk Heckmann, Prof. Dr. Sarah Rachut, Dr. hc. Samuel Oostrom, Prof. Dr. Anne Paschke und Isabelle Ewald; Bildquelle: bidt/CDPS/EYE AM CHRIS
Prof. Paschke und Prof. Rachut betonten in ihren Dankesworten die Bedeutung einer interdisziplinären, am Gemeinwohl und an den Grundrechten orientierten digitalen Transformation sowie die gesellschaftliche Verantwortung rechtswissenschaftlicher Forschung.

V.l.n.r.: Prof. Dr. Anne Paschke und Prof. Dr. Sarah Rachut; Bildquelle: bidt/CDPS/EYE AM CHRIS
Nach der Verleihung des For..Net Awards wurde der Initiator des Symposiums selbst, Prof. Heckmann, für das langjährige Bestehen des Formats und aufgrund der Jubiläumsveranstaltung speziell auf Initiative seiner Familie für sein Engagement gewürdigt. Das Überraschungsmoment hat die Moderatorin, Isabelle Ewald, auf der Bühne eingeleitet.
Weiter ging es mit den Pitches zum sowie der Verleihung des 7. For..Net Media Awards. Die Nominierten konnten sich bereits im Vorfeld der Veranstaltung einigen Fragen stellen und sich und ihre Arbeit somit schon einmal präsentieren. Die Portraits sowie weitere Informationen zu den jeweiligen Nominierten sind hier zu finden.
Der Publikumsabstimmung haben sich zunächst Jana Janze und Felix Appel von AMTSFUNK, einem kuratierten digitalen Arbeits- und Austauschraum für Menschen, die die öffentliche Verwaltung und ihr Ökosystem aktiv weiterentwickeln möchten, gestellt. Mit anschaulichen Beispielen – die auch die Realität wiederspiegeln – haben sie Einblicke in ihre alltägliche Praxis gezeigt und bewiesen, warum sie als Preisträger geeignet sind.

V.l.n.r.: Jana Janze und Felix Appel; Bildquelle: bidt/CDPS/EYE AM CHRIS
Im nächsten Pitsch hat Bianca Kastl gezeigt, wie Kompetenz, kritisches Denken, Aktivismus und ethischer Standard miteinander kombiniert werden können und wie dies aussieht. Auch sie hat Bespiele aus ihrem Tätigkeitsfeld gezeigt – etwa das Aufdecken von Schwachstellen in der elektronischen Patientenakte (ePA).

Bianca Kastl; Bildquelle: bidt/CDPS/EYE AM CHRIS
Zuletzt durften Vertreterinnen des Social Media Teams des Oberlandesgerichts Karlsruhe auf die Bühne kommen, um zu ihrer Öffentlichkeitsarbeit unter dem Label „Recht SymBadisch“ zu pitchen. Richterin am Landgericht Karlsruhe Carolin Kley sowie Claudia Schick haben, untermalen mit Videoausschnitten, gezeigt, wie bürgernah die Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit der Justiz des OLG-Bezirks in Karlsruhe seit Oktober 2025 erfolgt. Dabei geht es um die Vermittlung der tagtäglichen Justizarbeit und einen Blick hinter die Kulissen zu vermitteln.

V.l.n.r.: Claudia Schick und Carolin Kley; Bildquelle: bidt/CDPS/EYE AM CHRIS
Nach der Publikumsabstimmung zum Award sowie Auswertung des Abstimmungsergebnisses fand wie jedes Jahr die C.H.Beck Tombola statt. Dabei gab es wieder ausgewählte Publikationen vom Buchverlag C.H.Beck zu gewinnen, die der Verlag dankenswerterweise an die Veranstalter gesponsort hat.
Nach einer äußerst knappen Abstimmung durfte das Social Media Team des OLG Karlsruhe für das Format „Recht SymBadisch“ den 7. For..Net Media Award mit nach Hause nehmen.

V.l.n.r.: Claudia Schick, Carolin Kley und Prof. Dr. Dirk Heckmann; Bildquelle: bidt/CDPS/EYE AM CHRIS
In der Laudatio von Frau Su Reiter, Preisträgerin des 4. For..Net Media Awards, wurde betont wie wichtig die Schaffung von Vertrauen und die Vermittlung von Digitalthemen in einer Demokratie sind und welche besondere Rolle deshalb auch den Gericht zukommt. Umso verdienter ist der Preis für Recht SymBadisch.

Su Reiter; Bildquelle: bidt/CDPS/EYE AM CHRIS
Auch an dieser Stelle ist dem Neubürger Künstler Josef Nistler für die Gestaltung des Awards zu danken. Ein besonderer Dank gilt auch dem – wie schon in den Jahren davor – Preispaten Hubert Burda Media. In Vertretung für den Preispaten würdigte auch Jürgen Kempter den Preisträgerinnen für ihre Arbeit.

V.l.n.r.: Jürgen Kempter, Claudia Schick, Carolin Kley und Prof. Dr. Dirk Heckmann; Bildquelle: bidt/CDPS/EYE AM CHRIS
Tag 2 – Mittwoch, 08.07.2026
Der zweite Veranstaltungstag wurde von den Moderatoren Prof. Heckmann sowie Prof. Rachut eröffnet, die das Wort sogleich an den Keynote Speaker des Tages übergaben: Prof. Dr. Thomas Hess.

V.l.n.r.: Prof. Dr. Dirk Heckmann und Prof. Dr. Sarah Rachut Bildquelle: bidt/CDPS/EYE AM CHRIS
Im Mittelpunkt seiner Keynote „Copy & Paste? Von Corporate zu Public Digital Transformation: Ansatzpunkte und Grenzen“ stand für Prof. Dr. Thomas Hess (Mitglied des bidt-Direktoriums und Professor für Wirtschaftsinformatik und Betriebswirtschaftslehre an der LMU München) die Frage, inwieweit sich Erkenntnisse und Erfahrungen aus der digitalen Transformation der Privatwirtschaft – insbesondere aus Großunternehmen – auf die öffentliche Verwaltung übertragen ließen. Auch öffentliche Einrichtungen stünden zunehmend vor der Herausforderung, ihre Strukturen und Prozesse digital weiterzuentwickeln.
Hierzu stellte er ein neues Forschungscluster vor, das den Fokus auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger lege und damit über eine rein prozessorientierte Betrachtung hinausgehe. Er betonte, dass digitale Transformation einen Anfang, einen Kern und ein Ende habe und mit einem grundlegenden Überdenken bestehender Abläufe verbunden sei. Sie müsse ganzheitlich verstanden werden, dürfe nicht allein als Aufgabe der IT-Abteilung betrachtet werden und lasse sich nicht durch eine allgemeingültige Standardlösung verwirklichen. Zugleich machte Prof. Hess deutlich, dass digitale Transformation nicht mit KI gleichzusetzen sei und die spezifischen Unterschiede zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Organisationen berücksichtigt werden müssten, insbesondere im Hinblick auf Ansätze des New Public Management.
Als zentrale Vorgehensweise empfahl er den Grundsatz „Back Office vor Front Office“: Zunächst müssten die internen Kernprozesse analysiert und weiterentwickelt werden, bevor sichtbare Angebote für Bürgerinnen und Bürger optimiert würden. Dies stelle einen langfristigen Prozess dar, der eine eigene Digitalisierungsorganisation sowie eine möglichst umfassende Beteiligung der betroffenen Akteure und Akteurinnen erfordere.

Prof. Dr. Thomas Hess; Bildquelle: bidt/CDPS/EYE AM CHRIS
Im Anschluss an die Keynote vertieften Prof. Hess und Prof. Dr. Wilfried Bernhardt (Staatssekretär a.D., Universität Leipzig) in einer von Prof. Heckmann und Prof. Rachut moderierten Diskussion die aufgeworfenen Fragen und eröffneten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern weitere Perspektiven auf die Herausforderungen und Chancen der digitalen Transformation.

V.l.n.r.: Prof. Dr. Wilfried Bernhardt, Prof. Dr. Thomas Hess und Prof. Dr. Dirk Heckmann Bildquelle: bidt/CDPS/EYE AM CHRIS
Lina Keßler (Co-Founderin und Geschäftsführerin von Legal Design Ventures) eröffnete mit ihrem Impulsvortrag „Legal Adventures by Design? – Recht in der Lebenswirklichkeit“ die dritte Session des Symposiums unter dem Titel „Recht und Justiz 2042: Innovation und Agilität im bewahrenden Rechtsstaat“.
Im Mittelpunkt ihres Vortrags stand die Frage, wie ein traditionell auf Stabilität und Sicherheit ausgerichtetes Rechtssystem zugleich zukunftsfähig weiterentwickelt werden könne. Anhand zweier am Liquid Legal Institute e.V. entwickelter Zukunftsszenarien nahm Keßler die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit auf eine Reise in das Jahr 2042 und zeigte Chancen sowie Risiken eines digitalisierten und prozessoptimierten Justizalltags für Anwaltschaft und Richterschaft auf.
Als zentrale Erkenntnis ihres Vortrags hob Keßler hervor, dass nicht allein die technische Leistungsfähigkeit digitaler Systeme entscheidend sei, sondern vielmehr die Frage, wer diese Systeme kontrolliere und wie gewährleistet werden könne, dass der Mensch weiterhin die letzte Entscheidungshoheit behalte. Ob die digitale Zukunft eher utopische oder dystopische Züge annehme, hänge maßgeblich von den Designentscheidungen ab, die bereits heute getroffen würden.

Lina Keßler; Bildquelle: bidt/CDPS/EYE AM CHRIS
Prof. Dr. Paulina Jo Pesch (Juniorprofessorin für Bürgerliches Recht, Recht der Digitalisierung, des Datenschutzes und der Künstlichen Intelligenz an der FAU Erlangen-Nürnberg) setzte den nächsten Impuls mit dem Titel „Code is Law 2042: Vom Urteil zur automatisierten Rechtswirklichkeit?“. Dabei stellte sie bewusst nicht konkrete Zukunftsprognosen, sondern die Frage in den Mittelpunkt, welche Maßnahmen erforderlich seien, um möglichen dystopischen Entwicklungen entgegenzuwirken.
Im Zentrum ihres Vortrags stand die kritische Auseinandersetzung mit der Rolle Künstlicher Intelligenz in der juristischen Ausbildung. Angesichts von Halluzinationen und der fehlenden tatsächlichen Intelligenz heutiger KI-Modelle müsse stets hinterfragt werden, welche Entscheidungen und Aufgaben an solche Systeme übertragen werden könnten. Das bloße Prompten könne den eigentlichen juristischen Verständnisprozess nicht ersetzen.
Als zentrale Botschaft betonte Prof. Pesch, dass eine Absenkung fachlicher Standards langfristig eine Gefahr für den Rechtsstaat darstellen könne. Studierende müssten daher dazu befähigt werden, KI-generierte Inhalte kritisch einzuordnen, genuin menschliche Fähigkeiten wie logisches Denken und juristische Argumentation zu stärken sowie digitale Machtstrukturen zu verstehen. Dies gelte insbesondere mit Blick auf neue Risiken, etwa durch parasoziale Beziehungen zu Chatbots. Zugleich müsse KI dort eingesetzt werden, wo sie einen tatsächlichen Mehrwert biete und stets auf Grundlage einer sorgfältigen Risiko-Nutzen-Abwägung und bewusster Werteentscheidungen.

Prof. Dr. Paulina Jo Pesch; Bildquelle: bidt/CDPS/EYE AM CHRIS
Im Anschluss an die Impulsvorträge diskutierten Lina Keßler und Prof. Pesch gemeinsam mit Dr. Michael Dorner (Head of Legal Germany and Austria sowie Assistant General Counsel bei Microsoft) und Elena Handtrack, LL.M. (Vertragsrechtlerin (DE/UK) in der Automobilindustrie, Content Creatorin und Autorin) unter der Moderation von Prof. Heckmann und Prof. Rachut über das übergeordnete Thema der dritten Session.
Auch in dieser Paneldiskussion wurde das Publikum unmittelbar einbezogen. Auf die Frage, ob eine KI-gestützte Justiz eher als Utopie oder Dystopie wahrgenommen werde, sprach sich die Mehrheit der Teilnehmenden für die Utopie aus. Dieses Ergebnis griff das Panel kritisch auf und nutzte es als Ausgangspunkt für eine weiterführende Diskussion. Bei der Frage, ob eine automatisierte Rechtsverwirklichung als Utopie oder Dystopie einzuordnen sei, zeigte sich das Publikum hingegen deutlich geteilt.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand unter anderem die Frage, wie ein modernes Rechtssystem im Jahr 2042 aussehen könne und ob angesichts zunehmender KI-Unterstützung eine Rückbesinnung auf klassische juristische Fähigkeiten und kritische Kompetenzen erforderlich sei, um den Menschen weiterhin in den Mittelpunkt der Justiz zu stellen. Dr. Dorner und Elena Handtrack bereicherten die Debatte dabei um Perspektiven aus der Unternehmenspraxis und anderen Branchen.
Übereinstimmung bestand darin, dass erklärbare KI-Systeme erforderlich seien, bei denen nachvollziehbar bleibe, auf welcher Grundlage Entscheidungen zustande kämen. Zugleich wurde deutlich, dass heutige Systeme diese Anforderungen noch nicht zuverlässig erfüllten und ihre Einsatzmöglichkeiten dadurch begrenzt seien.

V.l.n.r.: Prof. Dr. Sarah Rachut, Dr. Michael Dorner, Prof. Dr. Paulina Jo Pesch, Lina Keßler und Elena Handtrack, LL.M.; Bildquelle: bidt/CDPS/EYE AM CHRIS
Ein Novum in der 20-jährigen Geschichte von For..Net stellte die erstmalige Aufzeichnung eines Live-Podcasts auf der Symposiumsbühne dar: Dr. Annika Bergbauer (Host des Podcasts „Datenaffaire“ und Senior Managerin bei Wavestone Germany AG) sprach mit Prof. Dr. Jürgen Pfeffer (Professor für Computational Social Science and Big Data an der TU München) über das Thema „Data – what else?“ sowie über sein neues Buch „Die offene Zukunft und ihre Feinde. Wie wir die freie Gesellschaft vor der KI-Diktatur bewahren können“.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Messbarkeit und Analyse stetig wachsender Datenmengen sowie Fragen nach der Repräsentation und Aussagekraft digitaler Datenflüsse. Daten wurden dabei als „Schatten an der Wand“ beschrieben. Diskutiert wurde, ob Daten in Zeiten zunehmender Hyperkonnektivität tatsächlich noch verlässliche Aussagen über Menschen erlaubten oder zunehmend vor allem Algorithmen, Bots und Netzwerkstrukturen abbildeten. Zudem wurden die Bedeutung von Bias sowie grundrechtliche Perspektiven im Umgang mit Daten thematisiert.
Prof. Pfeffer betonte, dass es entscheidend sei, den eigenen Beitrag in zunehmend algorithmisch geprägten Systemen bewusst zu gestalten, anstatt Meinungen und Verhalten den Datenagenten digitaler Plattformen zu überlassen. In seinem Buch fordere er gemeinsam mit den Co-Autoren eine demokratische Kontrolle Künstlicher Intelligenz und ein entschlossenes Handeln wehrhafter Demokratien angesichts wachsender algorithmischer Macht. Trotz der kritischen Analyse endete das Gespräch nicht mit einer dystopischen Perspektive, sondern mit konkreten Ansätzen für einen verantwortungsvollen und selbstbestimmten Umgang mit der digitalen Entwicklung.

V.l.n.r.: Dr. Annika Bergbauer und Prof. Dr. Jürgen Pfeffer; Bildquelle: bidt/CDPS/EYE AM CHRIS
Wie jedes Jahr beendete Prof. Heckmann das Symposium mit einem Ausblick auf das nächste Syposium: Das 21. Internationalen For..Net Symposium soll turnusmäßig wieder im April stattfinden – das Thema: „KI-Agenten – Vom Hype zum Handeln“.





























