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Paneltalk „Wie schaffen wir Vertrauen im großen digitalen Kontexten?“ im Rahmen der bidt Jahreskonferenz

Im Bild v.l.n.r.: Prof. Dirk Heckmann, Dr. Jacqueline Lammert, Dr. Anke Morsch und Dr. Max Tschochohei; Bildquelle: bidt/Klaus D. Wolf

Am 15. Und 16. Oktober 2025 fand die zweitägige „bidt Konferenz“ 2025 im Literaturhaus München unter dem Motto „Echt?! Vertrauen im digitalen Wandel“ statt. Dabei wurde der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) aus verschiedenen Blickwinkeln diskutiert: Unter anderem auch im Rahmen einer Paneldiskussion am Ende des ersten Konferenztages. Das Panel wurde von CDPS- sowie bidt-Direktor Professor Dirk Heckmann moderiert und bestand – nach kurzfristigen Änderungen – aus Dr. Anke Morsch (Finanzgericht des Saarlandes), Dr. Max Tschochohei (Google Cloud Consulting) und Dr. Jaqueline Lammert (TUM Klinikum)

Die Paneldiskussion entwickelte sich zunehmend weg von einzelnen Beispielen hin zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung mit den Herausforderungen und Chancen der digitalen Transformation, insbesondere im öffentlichen Sektor und im Bildungsbereich. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie staatliche Institutionen, Universitäten und rechtliche Rahmenbedingungen auf die Dynamik technologischer Entwicklungen reagieren können, ohne dabei ihre grundlegenden Prinzipien – wie Rechtsstaatlichkeit, Fairness und Transparenz – zu verlieren. Dabei wurde deutlich gemacht, dass Digitalisierung nicht als rein technischer Prozess verstanden werden darf, sondern als tiefgreifender gesellschaftlicher Wandel, der organisatorische, kulturelle und rechtliche Anpassungen erfordert.

Ein zentraler Gedanke war, dass das Recht nicht bloß reaktiv auf technische Innovationen reagieren sollte, sondern aktiv gestaltend eingreifen kann und muss. Es wurde betont, dass traditionelle, oft sehr vorsichtige oder sogar hemmende rechtliche Ansätze der Geschwindigkeit digitaler Entwicklungen häufig nicht gerecht werden. Stattdessen sollten rechtliche Instrumente bewusst als Steuerungsmechanismen eingesetzt werden, um Innovation zu ermöglichen und gleichzeitig Risiken zu begrenzen. In diesem Zusammenhang wurde auch diskutiert, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit ist – insbesondere zwischen Juristinnen/Juristen, Informatikerinnen/Informatikern, Verwaltungswissenschaftlerinnen/-en und Praktikern aus Politik und Wirtschaft –, um tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Bildungsbereich, vor allem auf Prüfungsformaten und der Rolle neuer Technologien wie generativer Künstlicher Intelligenz (KI). Es wurde erläutert, dass klassische Prüfungsformen durch digitale Werkzeuge zunehmend unter Druck geraten, weil sich Fragen der Authentizität, Eigenleistung und Chancengleichheit neu stellen. Anhand konkreter Beispiele wurde gezeigt, wie etwa digitale Fernprüfungen oder der Einsatz von KI-Systemen sowohl neue Möglichkeiten eröffnen als auch erhebliche rechtliche und praktische Probleme mit sich bringen. Dabei wurde deutlich, dass pauschale Verbote wenig zielführend sind; vielmehr bräuchte es differenzierte Regelungen, die den sinnvollen Einsatz solcher Technologien ermöglichen und gleichzeitig Missbrauch verhindern.

Darüber hinaus wurde die Rolle des Staates im digitalen Wandel reflektiert. Es wurde argumentiert, dass staatliche Stellen nicht nur regulierend, sondern auch innovativ tätig sein sollten. Dazu gehören, neue Technologien selbst zu erproben, Verwaltungsprozesse zu modernisieren und Bürgerinnen und Bürgern digitale Dienstleistungen effizient bereitzustellen. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass Vertrauen eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg digitaler Angebote ist – insbesondere im Hinblick auf Datenschutz, Datensicherheit und die Nachvollziehbarkeit automatisierter Entscheidungen.

Hier geht es zum kompletten Nachbericht der bidt Konferenz 2025 und hier können Sie ab ca. 01:45:00 die ca. 1,5-stündige Paneldiskussion verfolgen.