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Vom Verbot zur Vision: KI in Hochschulprüfungen neu denken

Wie gehen Hochschulen mit Künstlicher Intelligenz (KI) in Prüfungen um – ignorieren, verbieten oder aktiv gestalten? Mit dieser hochaktuellen Frage beschäftigten sich Prof. Dr. Dirk Heckmann und Prof. Dr. Sarah Rachut in einer Online-Veranstaltung des Allgemeinen Fakultätentags (AFT) am 9. Februar 2026, an der rund 130 Teilnehmende aus unterschiedlichsten Hochschulen und Fachdisziplinen teilnahmen.

Im Zentrum ihres Vortrags stand eine klare Botschaft: Generative KI ist längst gelebte Realität im Hochschulalltag – und eröffnet die Chance, Prüfungen grundlegend weiterzuentwickeln. Statt auf Verbote zu setzen, plädierten die Referierenden für eine gestaltende und ermöglichende Regulierung, die Rechtssicherheit schafft und gleichzeitig faire Rahmenbedingungen für alle Beteiligten gewährleistet.

Besonders im Fokus standen innovative Prüfungsformate, die Eigenständigkeit auch unter Bedingungen der KI-Ko-Kreation sichtbar machen. Damit kann KI nicht nur Herausforderung, sondern Motor eines dringend notwendigen Wandels der Prüfungskultur sein. Der Einsatz von KI wird so zum Impulsgeber für zukunftsfähige Prüfungsformen, die den Anforderungen des digitalen Zeitalters gerecht werden.

Auch die Rolle von KI auf Seiten der Prüfenden wurde beleuchtet. Klar ist: KI-Ko-Kreation endet nicht bei den Studierenden. Ihr Einsatz durch Prüferinnen und Prüfer ist möglich, erfordert jedoch eine sorgfältige Beachtung rechtlicher Vorgaben – insbesondere im Hinblick auf die KI-Verordnung und die Datenschutz-Grundverordnung.

Die große Resonanz und die lebhafte Diskussion im Anschluss an den Vortrag zeigten deutlich: Der Bedarf an Orientierung und Austausch zu diesem Thema ist enorm. Die aufgeworfenen Fragen werden auch im Forschungsprojekt „AFFAIRE“ (2025–2028) am Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) weiterverfolgt. Ziel ist es, praxisnahe Lösungen zu entwickeln: von fairen KI-Regulierungen bis hin zu Musterprüfungsordnungen für Hochschulen in ganz Deutschland.

Der Vortrag machte eindrucksvoll deutlich: Die Zukunft der Prüfung liegt nicht im Verbot, sondern in der klugen Gestaltung.